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Mehr als 400 Starter werden zum 89. Schwartenberglauf erwartet. WM- und Olympia-Teilnehmer dabei.

veröffentlicht um 10.02.2012 03:24 von Toralf Richter   [ 10.02.2012 03:32 wurde aktualisiert. ]
Von Matthias Leipnitz für Freie Presse - Mittelsachsen
Neuhausen - Die Skilangläufer des SSV Blau-Weiß Neuhausen rechnen am Wochenende zum 89. Schwartenberglauf mit mehr als 400 Startern, die sich im Wettkampfgebiet Bad Einsiedel ein Stelldichein geben. Am Sonnabend stehen die klassischen Disziplinen an, Sonntag geht es im Massenstart in der freien Technik auf den Kurs. Start ist jeweils 10 Uhr. Morgen erwarten die Erzgebirger zudem hat einen prominenten Gast: Weltklasseathlet Tom Reichelt (WSC Oberwiesenthal) hat für den "Klassiker" gemeldet. Der Heidersdorfer, 2010 bei Olympia in Vancouver und 2011 bei der WM in Oslo in der Loipe, hat beim SSV Neuhausen das Skifahren gelernt.
Allein am Samstag rechnet Gesamtleiter Volker Langer mit bis zu 275 Aktiven. Denn im Nachwuchsbereich ist der Schwartenberglauf als Ranglistenwettkampf Pflicht für den sächsischen Nachwuchskader. Vor einem Jahr hatten Madlen Teucher (ATSV Gebirge) und Lokalmatador Steffen Schneider die Pokale der Zeitschnellsten über 5 und 15 km zum dritten Mal in Folge gewonnen und in ihr Eigentum überführt. Nun warten die neuen "Pötte" auf ihre ersten Besitzer.
Beide Titelverteidiger sind morgen am Start. Schneider ist aber gesundheitlich angeschlagen und verzichtet auf die Pokaldistanz. Der 43-Jährige, in den vergangenen Jahren einer der erfolgreichsten Langläufer im Kreis, will "nur" die 10 km seiner AK 41 laufen. Streckenchef Frank Hiemann hat mit seinem Team in den vergangenen Tagen Runden über 1, 2, 3, 5 und 10 km aufgefahren. Alle werden sich im Top-Zustand präsentieren, sagt er stolz.
Der Schwartenberglauf ist neben dem Saydaer Höhenstaffellauf, dessen 90. Auflage im Januar wegen Schneemangels ausfiel, einer der ältesten deutschen Volksläufe. Als der Lauf 1923 zum ersten Mal durchgeführt wurde - die Abteilung Wintersport war ein Jahr zuvor ins Leben gerufen worden - gab es noch keinen Freistil. Folglich sei der Traditionslauf das klassische Rennen am Sonnabend, erklärt Volker Langer.
1925 hieß der Lauf noch "Rund um den Schwartenberg". 52 Läufer stellten sich damals dem Vergleich. Die 18 km lange Strecke führte von der Schwartenbergbaude nach Neuhausen. Namhafte Langläufer wie Olympia- und WM-Medaillengewinner Gert-Dietmar Klause starteten schon in Neuhausen. Mit Hans Beer (1933) und dem späteren DDR-Auswahltrainer Johannes Braun (1951) gab es lange nur zwei Sportler vom SSV Neuhausen, die den Lauf gewannen. Erst 2011 erkämpfte der Heidersdorfer Steffen Schneider den Pokal erneut für den SSV. Seit 1993 gibt es auch eine Pokalwertung für die Damen. Etwas im Dunkeln liegt, wie oft der Lauf ausgefallen ist. Genau nachweisbar sei dies erst seit 1951, sagt der Ski-Abteilungsleiter. Seitdem stehen neun Ausfälle zu Buche, sieben davon allein von 1989 bis 2002. Seit 2003 fand der Lauf aber - der Erderwärmung zum Trotz - ununterbrochen statt.